StationssekretärInnen sollen die Pflege entlasten. Hand aufs Hirn!

Immer wenn die Kritik aufkommt, dass das Pflegepersonal durch die Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs massiv belastet wurde, kontert der KAV, dass ja Stationssekretär_innen zur Entlastung des Pflegepersonals eingestellt wurden. Abgesehen davon, dass von diesen administrativen Kräften schon wieder viele gekündigt wurden, oder gekündigt haben, ist die Entlastung der Pflegepersonen marginal.

So dürfen die Stationssekretär_innen zwar Laboruntersuchungen anfordern, das Blut jedoch nicht mit der Rohrpost verschicken. Gleichzeitig braucht es bei Laboruntersuchungen oft medizinische Details, die von den Stationssekretär_innen nicht erhoben werden können. Also landet die Arbeit wieder bei den Pflegepersonen. Die Entlastung pro Tagdienst sind in Summe vielleicht 5 bis 10min. Die Zehn Blutabnahmen und zehn Venflons pro Tag und der ein oder ander Blasenverweilkatheter sind in Summe wesentlich mehr, als delegiert werden kann.

Dazu kommt, dass Delegation auch Kontrolle und Vertrauen benötigt. Dies benötigt wiederum Zeit. Von Entlastung kann keine Rede sein. Das ist Schönfärberei. Wir fordern, dass die Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs endlich durch diplomierte Pflegepersonen ausgeglichen wird. Die administrativen Kräfte sollen bleiben, aber nicht als Entlastung gerechnet werden.

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Ein Gedanke zu “StationssekretärInnen sollen die Pflege entlasten. Hand aufs Hirn!

  1. In unserem Krankenhaus läuft es in der internen Notaufnahme so ab, dass SekretärInnen die ambulanten Patienten am Schalter begrüßen und administrieren. Danach warten die Patienten im Wartebereich, bis sie – oft nach Stunden – ein Arzt bzw. eine Pflegeperson sieht. Manche SekretärInnen sind mittlerweile ein wenig geschulten Blickes, jedoch verfügen allesamt über keine Triage-Ausbildung, und auch natürlich über keine med. Ausbildung. Oft wird nachgefragt, ob ein Patient hier überhaupt richtig ist, oder doch auf die chir. Ambulanz gehört. Unsereins – die Pflege – schickte man zur Manchester Triage – Schulung.Diese wird allerdings nicht durchgeführt – weil die, die bei uns triagieren, diese Ausbildung nicht haben. Wenn das für den KAV Sinn macht, dass weiß ich, wieso hier alles so im Argen ist. Wenn es einmal zu wenige Pfleger/Innen gibt (wg. Krankheit z.B.), muss zur Not auch ein/e SekretärIn Nachtschicht machen. Dafür plädieren wir alle ohnehin, aber es wird nur in Ausnahmefällen genehmigt (zuwenige SekretärInnen). Nur – geht eine Sekretärin mit Patienten zum WC? Oder zur Glocke? Oder nimmt sie uns Behandlungen, Untersuchungen, etc. ab? Nein, natürlich nicht. Dafür sind sie auch nicht ausgebildet. Wie also kommt man auf den waghalsigen Gedanken, auch nur eine Sekretärin auf der Welt könnte eine Pflegekraft ersetzen? Das wäre dasselbe, als würde ich sagen, ich ersetze dieselbige beim Briefe schreiben. Ich sehe das ebenso als Herabwürdigung des Berufsbildes „Pflege“.

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