Schluss mit dem zermürbenden Zick-Zackkurs bei den Verhandlungen mit dem KAV

An das Verhandlungsteam der HG 2

Seit September 2015 verhandelt die HG 2 nun schon mit dem KAV. Ein halbes Jahr lang fandet ihr es nicht notwendig, die Kolleg_innen über den  Verhandlungsstand zu informieren. Gerade einmal eine Woche vor dem Fristende Ende März kam dann der Aufschrei: kein Verhandlungsergebnis des 180 Mio. schweren Pakets sei in Sicht.

Zwei Wochen später gab es dann die Dienststellenversammlungen, die nach Einschätzung vieler Kolleg_innen äußerst schlecht vorbereitet waren. Trotzdem fanden dort teils intensive und konstruktive Diskussionen, u.a. über das für einen Erfolg notwendige Eskalationsszenario statt, zu dem von Seite der HG 2 außer der Ankündigung einer Demonstration im Mai nichts konkretes gesagt werden konnte. Doch nur wenige Tage nach den Versammlungen kam die Kehrtwende: Es werde in konstruktiven Rahmen weiterverhandelt („Wir sind wieder im Rennen“), keine Rede mehr von einer Demo oder notwendiger Eskalation. Zwei Verhandlungsrunden später rudert ihr nun erneut zurück. („Kein konkretes Ergebnis in Sicht…“). Wir sollen uns wieder mal bereithalten und darauf warten, dass ihr uns herbeiruft. (Möglicherweise gleich mal nächste Woche nach dem Fristende am 17.Mai?!).

Euer Vorgehen ist nicht nur verhandlungstaktisch katastrophal. Wir Kolleg_innen fühlen uns für eure Drohgebärden missbraucht. Wir sind keine Verschubmasse, die sich nach Belieben an- und abschalten lässt. Lebendige Demokratie ist offenbar ein Fremdwort für euch und ihr handelt nach dem Motto: Dabei sein ist alles, koste es was es wolle. In diesem Fall geht es um nichts weniger als die Chance auf eine spürbare Verbesserung unserer laufend schlimmer werdenden Arbeitsbedingungen.

Im Mai 2015 gab es anlässlich des internationalen Pflegetags einen konstruktiven Hoffnungsschimmer basisgewerkschaftlicher Aktivität in Form eines gemeinsamen Flashmobs von Care Revolution Wien und HG2. Ein Jahr später ist keine Rede mehr davon. Ohne die Mitglieder zu informieren, habt ihr eure kleine Aktion am 1. Mai durchgezogen. (Als zahme Medienaktion, vielleicht um ein Foto in der nächsten Gewerkschaftszeitung abdrucken zu können?!).

Nach den neuesten Veröffentlichungen hat der KAV nicht nur vor, kein 180 Mio. schweres Paket anzunehmen, sondern will im Gegenteil 24 Mio. einsparen, einen Einstellungsstopp durchsetzen und auch Karenzen nicht mehr nachbesetzen. Die Verhandlungsstrategie der HG 2 läuft so komplett ins Leere.

Verantwortungsvoll handeln heißt für uns, für die volle Transparenz über Verhandlungsstand und weitere Schritte zu sorgen und basisdemokratisch ein Eskalationsszenario zu erarbeiten. Ein Schritt dazu könnte die Art und Weise wie eine Demonstration, die komplett überfällig ist, vorbereitet wird. Notdienstvereinbarungen (analog zu Nacht-  und Wochenenddienstregelungen) gehören im Vorfeld ausverhandelt. So wäre es auch einem Teil der diensthabenden Kolleg_innen möglich, an einer auf diese Weise tatsächlich machtvollen Demo teilzunehmen und damit ein Instrument für eine weitere, für die Abwehr der Verschlechterungen und einen Verhandlungserfolg notwendige Eskalation zu erproben.

Es ist höchste Zeit in die Offensive zu gehen, die Kräfte zu bündeln und endlich die Belegschaft einzubeziehen. Als Care Revolution Wien sind wir bereit Kämpfe mit allen unseren Kräften zu unterstützen, zu mobilisieren und unsere Rechte zu verteidigen.

In angespannter Erwartung handfester Informationen…

Mit kämpferischen Grüßen

Care Revolution Wien

 

 

 

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