Spitalskonzept 2030

Derzeit tourt die Generaldirektion des Wiener KAV durch die verbliebenen Krankenhäuser um die Belegschaft über das Spitalskonzept 2030 zu informieren, welches ja kürzlich der breiten Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das Konzept beinhaltet im Groben eine Reduktion der Krankenhäuser auf sechs Standorte plus AKH und eine Leistungsverlagerung zwischen den Krankenhäusern. Die sechs Krankenhäuser sollen außerdem in Spitalsverbünden zu je zwei Krankenhäusern ihre Leistungen ergänzen.

Das interessante an diesem neuen Konzept ist, dass bis dato die Ziele fixiert wurden und sozusagen eine Vision der endgültigen Umstrukturierung für 2030 erstellt wurde. Über den Weg dort hin, welcher für die Mitarbeiter_innen im KAV wohl am interessantesten ist gibt es noch keine Details. Sehr offen wird von der Generaldirektion zugegeben, dass es zwar unabrückbare Ziele gibt, aber die Umsetzung noch in Planung ist. Einige Eckpunkte zur Umsetzung wuden zumindest schon verraten. So scheint die Hauptgruppe II (HG2) der Younion in den Prozess miteingebunden zu sein. Dabei stellt sich die Frage, ob und wann die HG2 sich mit den Mitarbeiter_innen in Kontakt setzt und die Fragen und Sorgen, die sich angesichts dieser Zieldefinitionen für die Beschäftigten ergeben eruiert.

Generaldirektor Janßen spricht von einer Übereinkunft mit der gewerkschaftlichen Vertretung, dass es eine Arbeitsplatzgarantie für die Mitarbeiter_innen gibt, sprich, dass niemand seinen Job verliert. Eine Arbeitsplatzgarantie bedeutet jedoch noch nicht, dass es eine Dienstpostengarantie gibt. Hier besteht die Möglichkeit, dass vakante Dienstposten, die zB durch Pensionierung, Kündigung oder Versetzung nicht nachbesetzt werden. Eine Nachbesetzung solcher Posten ist in einer Arbeitsplatzgarantie nicht per se vorhanden. Es kann somit trotz Arbeitsplatzgarantie zu einer schleichenden, aber womöglich geplanten Reduktion von Dienstposten kommen.

GD Janßen äußerte zwar, dass er angesichts der anstehenden GuKG-Novelle mit einer Vergrößerung der absoluten Summe an Dienstposten rechnet. Dies bedeutet aber angesichts der Pläne im GuKG lediglich eine quantiative, aber noch keine qualitative Verbesserung. Zu befürchten bleibt, dass beispielsweise Dienstposten von pensionierten diplomierten Pflegepersonen durch zukünftige Pflegeassistent_innen besetzt werden. Dass es dadurch zu einer Verschiebung im Arbeitsvolumen für einzelne Berufsgruppen kommen kann, liegt auf der Hand.

Die Leistungsverlagerung zwischen den einzelnen Spitälern wird auch dazu führen, dass gewisse Konsiliardienste, die bisher im eigenen Spital in Anspruch genommen werden konnten nun durch das jeweilige Partner_innenspital durchgeführt werden. Patient_innen müssen sich also während eines Spitalsaufenthalts darauf einstellen, dass sie für gewisse Konsiliare durch Fachärzt_innen durch die halbe Stadt fahren müssen. Dies ist jedoch nicht nur eine Belastung für die Patient_innen, sondern auch für das Pflegepersonal auf den Stationen. Die Vorbereitung eines externen Transports erzeugt ein Mehr an Arbeit im Vergleich zu einem internen Transport. Selbst wenn dagegen mit den neu eingesetzten Stationssekretär_innen argumentiert wird, darf nicht vergessen werden, dass Konsiliare ganztägig stattfinden können, die Stationssekretär_innen aber nur 8 von 24h mit ihrer Präsenz abdecken.

Die Leistungsverlagerung birgt abseits der scheinbar betriebswirtschaftlichen Optimierung für den KAV das Risiko für die Mitarbeiter_innen zu einem erhöhten bürokratischen und praktischen Aufwand zu führen.

Vieles über den Weg zum Ziel ist also noch unbekannt. Es gilt aufmerksam zu bleiben, mögliche Verschlechterungen schnell zu identifizieren und auch die Personalvertretungen und die Gewerkschaft auf Trab zu halten. Starre Ziele haben das Potenzial, dass die Umsetzung auf Kosten der Bediensteten geht. Das müssen wir verhindern.

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