AKH Streik 2015 – Solidarität mit den Ärzten?

Die AKH Ärzte stimmen derzeit über einen möglichen Streik ab. Mehr als die Hälfte der beschäftigen AKH Ärzte müssen dafür stimmen, um einen der größten Ärztestreiks in Österreich zu starten. Das Rektorat der MUW will bzgl. des evtl. angedachten Streikes deeskalieren und legt folgendes Angebot vor: 8000 Euro Einmalzahlung für jeden der 1900 beschäftigen Ärzte. Des Weiteren sollen 50 zusätzliche Stellen für den mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich (AP7) geschaffen werden. Das wären bei 84 Normalstationen (Ohne Ambulanzen, Tagesstationen, Intensivstationen und OP-Bereich) 0,5 Stellen pro Station mehr. *lach*

Was bedeutet das für das Pflegepersonal?

Falls es zu einem Streik kommen sollte läuft die Patientenversorgung wahrscheinlich auf Notbetrieb.
Das Dipl. Pflegepersonal befindet sich dann im „Spannungsfeld“ zwischen PatientInnen und ÄrztInnen. Wir sollten dies als „Sprungbrett“ nutzen um uns erneut solidarisch mit den ÄrztInnen zeigen. In dieser Situation sollten wir PatientInnen über die derzeitige Notsituation im Gesundheitsbereich zu informieren und aufzuklären. Im Falle dessen das Aktionen (Demos, Kundgebungen) ärztlicherseits stattfinden, sollten wir als Dipl. Pflegepersonal, Pflegehelfer, Abteilungshilfen und Heimhilfen uns anschließen um auf unsere Situation aufmerksam zu machen. Nur durch ein erfolgreiches miteinander (Ärzte und Dipl. Pflegepersonen) kann genug Druck auf die Regierung ausgeübt werden!

Wir sind eine der größten Berufsgruppen überhaupt (im AKH stehen 1900 ÄrztInnen ca. 3000 Dipl. Pflegepersonal gegenüber) und diese Zahlen gelten NUR für das AKH, die anderen KAV-Spitäler, Privaten und extramurale Pflege nicht einberechnet.

Kurzer Überblick über Arbeitskämpfe im Gesundheitswesen 2015

Deutschland: Charité Berlin
Seit 2013 verhandeln Charité und Gewerkschaft Verdi über einen neuen Tarifvertrag für die Pflegekräfte in Deutschlands größter Klinik. Seit Mittwoch, 20.05., stimmen die Mitglieder der Gewerkschaft über eine Urabstimmung über eine unbefristeten Streik ab. Das Ergebnis wird am 05.06 erwartet. Die Gewerkschaft fordert mehr Pflegepersonal und Quoten, die regeln sollen, um wie viele Patienten sich ein Pfleger kümmern muss. Dies soll eine bessere Versorgung und geringere Belastung für die Pflegekräfte bringen.

Chile:
Mitte Mai streikten tausende Beschäftigte im Gesundheitswesen 2 Tage lang für bessere Arbeitsbedingungen und angemessene medizinische Ausstattung in den Kliniken.
Sogar das technische und administrative Personal beteiligten sich am Streik.

Türkei:
Mitte März erhoben sich landesweit ÄrztInnen, Krankenpflegepersonal und Laborpersonal für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne. In mehreren Großstädten wurden Demos abgehalten, sie kritisierten lange Arbeitszeiten und forderten ein kostenloses Gesundheitswesen für alle.

Griechenland
Streik in griechischen Krankenhäusern 20.05
Ärzte, Pflege- und Verwaltungspersonal treten für 24 Stunden in den Ausstand
Ihr Protest richtet sich laut Gewerkschaftsaussagen gegen die Stufenweise „Auflösung des Gesundheitssystem“
24 Stunden Streik im Krankenhaus sollen demnach auf die untragbaren Zustände im Gesundheitssystem aufmerksam machen.
ÄrztevertreterInnen sprechen davon, dass allein das größte Krankenhaus von Athen 5 Million Euro benötigt, um weiter funktionieren zu können, zudem seien Landesweit 4500 Planstellen nicht besetzt.

Die Situation für PatientIn und ArbeiterIn ist dramatisch. Die Pflegepersonalgewerkschaft teilte mit wie schlimm es um die Versorgung steht und welche zum Teil Makaberen Lösungen es gibt.
In eingen Krankenhäusern gibt es nämlich keine Watte und Handschuhe mehr. PatientInnen und Angehörige müssen diese selber in umliegenden Apotheken besorgen.

Kanarische Inseln:
Um auf die eklatanten Zustände in den überfüllten Notaufnahmen aufmerksam zu machen organisierten Ärztegewerkschaft (CESM) MIT Krankenpflegegewerkschaft (Satse) eine Arbeitsniederlegung für Ende März sowie eine Generalstreik für April. Durch Streik in gegengesetzter Form haben sie aufgezeigt wie Versorgung der Patienten mit einer optimalen Besetzung laufen könnte. (http://www.wochenblatt.es/1000…/1000003/0/34476/article.html)

Schlusswort

Seit dem Lainz-Skandal wir die Pflege immer wieder zum Wahlkampfthema. Dies müssen wir zu unserem Vorteil nützen. Oder: Müssen erst PatientInnen zu Schaden kommen, damit die Regierung die Augen öffnet und Änderungen im Gesundheitssystem vornehmen??
Denn schlussendlich leiden nicht nur die Beschäftigen unter den derzeitigen Bedingungen, sondern vor allem die PatientInnen und die zu betreuenden Menschen. Immer längere Wartezeiten, auf einen Arzttermin, Operationen, eine Behandlung oder pflegerische Tätigkeiten sind die Folge. Wenn das Personal fehlt, bzw. überarbeitet ist leidet die Betreuung darunter. Menschen werden zur Nummer anstatt das individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen eingegangen werden kann.

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